Wettbewerb Kressbronn, 3. Preis

 

Quartiersentwicklung Bachtobel
Kressbronn am Bodensee

Städtebaulicher Wettbewerb

 

Die Gemeinde Kressbronn liegt eingebettet in der reizvollen Landschaft rund um den Bodensee, die überwiegend durch Obst-, Wein- und  Hopfenanbauflächen geprägt ist. Der Ausblick auf den Bodensee und die Alpenkette verleihen dem Wettbewerbsgebiet eine hohe Attraktivität, die  durch die benachbarte Naturschutzgebiete und angrenzenden Erholungsflächen noch gestärkt wird. Die zentrumsnahe Lage und gute Anbindung an die Ortsmitte sind ideale Voraussetzungen um das Wettbewerbsgebiet nachhaltig zu entwickeln.

Städtebau

Entlang der Friedrichshafener Straße reihen sich, gleich einem Saum, drei bis viergeschossige Wohnungsbauten und bieten einen Schutz für die  angrenzenden Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Die im Inneren des Baugebietes angesiedelten Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser  schließen sich zu einzelnen Hausgruppen zusammen, die über kleine  Wohnanger erschlossen werden. Durch die differenzierte baukörperliche Strukturierung und Kleinteiligkeit sowie deren Morphologie (geneigtes Dach) fügt sich die vorgeschlagene Bebauung in den vorhandenen, ländlich geprägten Kontext selbstverständlich ein.

 

Das fließende räumliche Gefüge verwebt das Wohnquartier mit der  umgebenden Bebauung und der Landschaft. Der vorwiegend  landwirtschaftlich geprägte Naherholungsraum wirkt dadurch tief in das Wohngebiet hinein. Im Nordwesten wird das Gebiet durch eine  Gemeinbedarfsfläche für die Feuerwehr gefasst. Im Südosten schließt es mit den Gemeinbedarfsflächen für das Ärztehaus, das Archiv, die Kita und den  kommunalen Wohnungsbauten an die vorhandene Ortsmitte an. Der  öffentliche Raum zwischen Ärztehaus, Kita und Archiv bildet den Auftakt und die Adresse des neuen Quartiers. Die projektierte Siedlungsstruktur  könnte zukünftig weiter fortgeführt werden.

 

Freiraum

Wohnungsnahe Freiräume

Die Erdgeschosswohnungen der Geschosswohnungsbauten bekommen einen schmalen, privat nutzbaren Garten. Die Flächen außerhalb dieser Gärten sind der gemeinschaftlichen Nutzung gewidmet. Kleinkinderspielplätze werden auch hier vorgesehen. Außerdem sind drei größere Spielplätze in Angrenzung zwischen Gemeinschaftsgrün und öffentlichem Grün für größere Kinder geplant. Südlich der Kita können
Gartenparzellen zum Gemüse- und Blumenanbau für Bewohner angeboten werden.

 

Wohnhöfe zwischen den Hausgruppen
bilden außer ihrer Erschließungsfunktion der Reihen- Einfamilien- und Doppelhäuser auch Aufenthaltsraum. Die Räume sind als große Wohnzimmer für die Bewohner der einzelnen Hausgruppen gedacht und können durch Bewohnerbeteiligung auch gemeinschaftlich und individuell gestaltet werden.

 

Shared Space
als zentrale Erschließungsachse sammelt den Verkehr, bindet die einzelnen Wohnhöfe zusammen und verbindet die Wohnanlage mit den umliegenden Verkehrsstraßen. Es wird durch Leitlinien gegliedert und ist als durchgehender, baumüberstandener Raum von allen Verkehrsteilnehmern gleichwertig nutzbar.

 

Ein Quartiersplatz
bildet den Auftakt vom Südosten her, stadträumlich definiert durch das Ärztehaus, die Kita und das Archiv. Ein Café, verbunden mit dem Eingangsbereich des Archivs auf der besonnten Platzseite bietet Aufenthalt und Treffpunkt. Der Platz ist vielseitig bespielbar mit Weihnachts- oder Flohmarkt; Obststand, Volksfest, Theater, …

 

Die durch die Auslobung vorgesehene Ausgleichsfläche
wird als Trittsteinbiotop mit ökologisch wertvoller Vegetation, zur Förderung der Artenvielfalt gestaltet. Geplant wird die Pflanzung von Vogelnährgehölzen (z.B. Prunus-und Sorbus-Arten) und nachhaltigen, klimagerechten und langlebigen Großbäumen (wie z.B. Eichen), die kühlend wirken. Unterstützt wird die Förderung der Artenvielfalt durch Pflanzung von artenreichen Blumenwiesen für Bienen und Insekten in den Lichtungen. Dieser robuste Naturraum ist auch für die Bewohner des Quartiers nutzbar und erlebbar.

 

3. Preis

 

Ausloberin:  Gemeinde Kressbronn a.B.

Fläche:  ca. 3,6 ha

Architekten: Heim Kuntscher Architekten und Stadtplaner, München

Mitarbeit: Rosina Krichbaumer

 

weitere Informationen:

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